Pilssuche in Berlin


Gibt’s hier keine ordentlichen Kneipen?

Tagesspiegel vom 12. Juli 2014: Einfach mal ein schönes Feierabendbier am Tresen ums Eck – in Berlin ist das nicht so einfach zu bekommen. Zwischen coolen Bars und schlimmen Absturzläden fehlt der Mittelbau. Gibt’s hier wirklich keine soliden Allerweltspinten?

In Berlin habe ich früher schon ein paar Jahre gelebt und nach 20 Jahren in Bayern bin ich unlängst wieder hierher gezogen. In Bayern habe ich die Umstellung auf den rigorosen Nichtraucherschutz miterlebt, den die Mehrheit wünscht und mit dem die Raucher kein Problem mehr haben. So war es für mich eine herbe Überraschung, was in der Berliner Gastronomie jetzt die Regel ist:

Man muss essen oder rauchen (zumindest mitrauchen).

Es gibt nur wenige Lokale mit Rauchverbot, die sich nicht als Restaurant darstellen. Und leider sind die meisten Restaurants eher eine Art von Schlimmbissbuden, aber das ist ein anderes Thema.

Neulich habe ich etwa eine Stunde vor einem Kreuzberger Lokal (Travolta) gesessen, ohne etwas essen oder trinken zu müssen, bzw. zu dürfen. Dem Nachbartisch hat die „Wirtin“ mitgeteilt „zum Bestellen müsst Ihr reinkommen“, aber ich bin wohl zu alt, um überhaupt angesprochen zu werden.

Ich denke mir: Selbstbedienung habe ich zu Hause. Für was sollte ich den 6-fachen Bierpreis bezahlen, wenn nicht dafür, dass ich am Tisch sitzen bleiben kann und von freundlichen Menschen bewirtet werde und nicht glitschige, tropfende Gläser oder Tabletts zwischen Menschenmassen, über Stolperfallen und Hundeschwänze balancieren muss, um dann, am Tisch zurück, feststellen zu müssen, dass inzwischen mein Platz besetzt ist (Single und Selbstbedienung passt nicht)?

Berlin ist schön, aber verbesserungsfähig, bzw. verbesserungsbedürftig, bei der Fähigkeit bin ich mir nicht so sicher.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/pilssuche-in-berlin-gibts-hier-keine-ordentlichen-kneipen/10189166.html

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