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Thomas P. Bittner, Dipl.-Ing. Architekt, Berlin

20. Februar 2019
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Die russischen Dollars

Auf dem jüdischen Friedhof von Moskau hat Misha ihn kennengelernt. Er war ein alter Mann, der sein Leben mit Totenklagen fristete und schon wusste, dass Misha dabei war, in den Westen abzureisen. Wie aber konnte er die in zehn Jahren Schwarzhandel angehäuften Dollars nach New York schaffen?

Der Alte vom Friedhof erzählte ihm von einem Juden aus Odessa, dem es mit außergewöhnlicher List gelungen war, in Amerika über sein Erspartes in der Währung des Landes zu verfügen. Misha setzte diese Methode sofort in die Praxis um.

Er wurde bei der Synagoge von Moskau vorstellig und übergab einem Angestellten der amerikanischen Botschaft die Toilettenpapierrollen, auf welche die Zahlen der Dollarserien notiert waren, die in seinem Stoffköfferchen lagen. Dann verbrannte er diesen Haufen Geld vor den Augen des Rabbiners und des Angestellten der Botschaft. Auf diese Weise erstattete ihm die amerikanische Regierung bei seiner Ankunft in New York alle Dollars, die in der Synagoge verbrannt worden waren.

Tonino Guerra: „Staubwirbel – Geschichten für eine ruhige Nacht“
Verlag Klöpfer, Meyer und Co. Verlagsgesellschaft mbH, Tübingen 1996

 

27. November 2018
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Die menschenfreundliche Stadt

Es ist nicht mehr zu übersehen, dass die Funktionsentflechtung, wie sie in den zwanziger Jahren entwickelt und mit der „Charta von Athen“ 1933 propagiert wurde, ein Irrtum gewesen ist. Im Namen von Hygiene, Ordnung und Verkehr wird seitdem die traditionelle Stadt zerstört… [weiter lesen]

13. August 2018
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Klage gegen den Rundfunkbeitrag

Klage gegen den Rundfunkbeitrag

Klage gegen den
Rundfunk Berlin-Brandenburg Masurenallee 8-14
14057 Berlin

wegen:

unrechtmäßig geforderter Rundfunkbeiträge für den Inhaber einer Meldeadresse…

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SitzungsprotokollProtokoll der öffentlichen Sitzung des Verwaltungsgerichts Berlin, 8. Kammer, am 21. August 2017

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Urteil RundfunkbeitragDie Klage wird abgewiesen.

Hier geht es zum Urteil des Verwaltungsgerichts (PDF Download)

 

 

 

 

 

BeschwerdeBeschwerde gegen das Urteil – fristgemäß innerhalb von 6 Monaten, und zulässigerweise ohne Anwalt.

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Das Oberverwaltungsgericht nennt die Beschwerde eine Erinnerung und behauptet, sie sei ein Antrag auf Zulassung der Berufung

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…und verwirft diesen Antrag auf Berufung, der das gar nicht ist, weil ein Antrag auf Zulassung zur Berufung innerhalb eines Monats gestellt werden muss (nicht innerhalb von 6 Monaten wie die Beschwerde) und der Antragsteller sich dafür anwaltlich vertreten lassen muss. So muss sich das Gericht nicht mit dem Inhalt der Beschwerde befassen und treibt zusätzliche Gerichtsgebühren ein. Der Streitwert wird bei dieser Gelegenheit auch gleich verdoppelt.

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Mit dem Versuch einer Richtigstellung…

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…ist das Gericht kognitiv überfordert.

Es kommt nicht auf den Wortlaut der Beschwerde an, sondern darauf, was das Gericht zu verstehen geruht.

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4. April 2018
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Von Staatsbürgern, Kühen und Depression

Der Staat – sind wir das? Der Staat ist eine profitmaximierte Massen-Menschhaltung. Die Kühe meinen vielleicht: Der Kuhstall – das sind wir. Sie haben Personal, das ihnen die Bude sauber macht, Futter bringt und sie melkt, damit das Euter nicht schmerzt, und sie fühlen sich wichtig und geachtet, weil man ihnen den Stall gebaut hat. Sie kennen es nicht anders und sie haben nicht die Phantasie, sich etwas anderes (besseres) vorzustellen, und das ist gut so, weil sie andernfalls an die Hoffnungslosigkeit ihrer Situation denkend zugrunde gehen würden. Bei Menschen heißt das Burnoutsyndrom oder Depression.

28. März 2018
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Greindonnerstag

Das Radio meldet, dass es für morgen – Gründonnerstag – kaum Veranstaltungstipps gibt, weil ja ab 2 Uhr ein Tanzverbot gilt.

Wenn das früher schon so gewesen wäre, dürfte außer Frage stehen, dass dieser Tag ursprünglich Greindonnerstag geheißen hat – von greinen – weinen und klagen. Aber seit dem 4. Jahrhundert war das ein kirchlicher Freudentag, an dem die zuvor Exkommunizierten nach Buße und Vergebung endlich wieder zur Kommunion zugelassen waren.

Jeder weiß in Bayern, dass Karfreitag nicht getanzt wird. Wo mag das stehen? In der Bayrischen Verfassung? Fehlanzeige. Grundgesetz, BGB, StGB? Fehlanzeige. Aber ab Gründonnerstag 2.00 Uhr herrscht 70 Stunden lang Ruhe in den Diskotheken und Clubs – in der Stadt wie auf dem Land.

Mein Gott, das schadet ja niemandem, wenn man ausnahmsweise mal ein paar Stunden aufs Tanzen und auf Pop-Musik verzichtet, die nicht von J. S. Bach oder wenigstens traurig ist. Tut vielleicht gut, mal was anderes zu tun und zu hören.

Der neue Tag beginnt – wie früher jeder wusste – mit dem Sonnenuntergang und nicht um null Uhr. Daher kommt der Name des Wochentages Sonnabend, des Tages also, an dem es am Abend Sonntag wird. Deshalb heißt es Heiliger Abend: weil am Abend des 24. Dezember der heilige Weihnachtstag beginnt.

Logisch wäre also, das Vergnügungsverbot für den Karfreitag am Gründonnerstag nach Sonnenuntergang beginnen zu lassen und Karfreitag nach Sonnenuntergang tanzen zu gehen, weil es dann schon Sonnabend ist.

Ein mündiger Bürger könnte vielleicht selbst entscheiden, wie er die Feiertage verbringt. Man könnte es der unsichtbaren Hand, die auf göttliche Weise alles zum Guten wendet – dem Markt nämlich – überlassen, die richtige Ordnung herzustellen. Aber sicher ist sicher.

Die Kräfte des Marktes bestimmen, ob jemand eine Wohnung hat, aber Gesetz ist, dass er sich nicht am Karfreitag von seiner Matratze unter der Brücke erhebt und tanzt.

27. Februar 2017
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Zweifel

Zwei-fel ist wertvoll, nicht (nur) schlecht. Mit zwei Fingern lässt sich leichter etwas fassen, erfassen, begreifen, als mit einem – besonders, wenn der Daumen, der Gegenspieler, die Gegenkraft, beteiligt ist.

21. Februar 2011
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Adel, Ämter und Allüren

Der Zweck einer Dissertation ist nicht, den Doktortitel zu erlangen, sondern den Beweis zu erbringen, dass man zu selbständigem wissenschaftlichen Arbeiten fähig ist.

Es gibt Regeln*, die bei der Abfassung einer Dissertatioin beachtet werden müssen. Wer diese Regeln nicht kennt, dem wird es schwer fallen, den Beweis für die Fähigkeit zu wissenschaftlichem Arbeiten zu erbringen.

Die wenigsten Doktoren arbeiten wissenschaftlich. Der praktizierende Arzt zum Beispiel arbeitet nicht wissenschaftlich, braucht also eigentlich auch nicht den Nachweis geführt zu haben, dass er es kann. Eigentlich müsste eher der Nachweis erbracht werden, dass er ein Könner als ein Wisser ist.

Wissenschaft und praktizierte Politik (so wie wir sie wahrnehmen) haben meines Erachtens nichts miteinander zu tun. Im Gegenteil: Wissen steht dem (klientelgerechten) Handeln mehr im Weg, als dass es hilfreich ist. Der Spruch „Wissen ist Macht“ meint eine andere Art von Wissen. Beispiele: Robert Greene: „Power – Die 48 Gesetze der Macht“ oder Han Fei: „Die Kunst der Staatsführung“ oder Niccolò Machiavelli: „Gedanken über Politik und Staatsführung“.

Wenn nun ein praktizierender Politiker bei der Ausarbeitung seiner Dissertation nicht die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens als maßgebend ansieht, sondern eher die Schriften Han Feis oder Machiavellis – hat der dann nicht bewiesen, dass er ein „guter“ Politiker ist? Als guter Wissenschaftler wäre er seiner Partei vermutlich völlig nutzlos.

* Literaturauswahl:
• Georg Rückriem / Joachim Stary / Norbert Franck: „Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens“
• Ewald Standop: „Die Form der wissenschaftlichen Arbeit“
• Klaus Poenicke / Ilse Wodke-Repplinger: „Duden – wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten?“

1. Februar 2011
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Wetter und Bildung

Es gibt keinen Nebel mehr.

Die Wetterpropheten kündigen nur noch Nebelbildung an. Nebel-Bildung!

„Der Wetterbericht wurde Ihnen präsentiert von … “ (irgendsoeine Zockerbude).

Aber für die Nebel-Bildung ist Annette Schavan zuständig, oder?

19. Januar 2011
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alternativlos konsensfähig

Alternativlos ist Unwort des Jahres 2010. Das passt, und auch die offizielle Begründung gefällt mir gut.

Hier in Hinterbayern höre ich von maßgeblichen Vordenkern immer wieder: „Wenn Sie wollen, dass man Sie ernst nimmt, müssen Sie erstmal beweisen, dass Sie konsensfähig sind“.

Also, erst wenn ich bewiesen habe, dass ich (z.B.) die Meinung meines Oberbürgermeisters überzeugend selbst vertreten kann, ist der bereit, mich zu verstehen. Ansonsten: „Sie sind ja als Querulant bekannt. Mehr sag ich nicht.“

19. Mai 2010
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Stand-By oder nicht?

Ja, klar!

Stand-By ist eines der besten Programme, die im Fernsehen laufen. Und energiesparend ist es auch, wenn der Bildschirm dunkel bleibt.

Wer nicht fernsieht, verpasst etwas: das Fernsehen.

Wer fernsieht, verpasst etwas anderes.